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Was sind Waldkindergärten?
*Anmerkung: Der folgende Text ist nicht als Konzept unseres Waldkindergartens zu verstehen. Die zusammengetragenen Informationen sind aus dem breiten Spektrum der zahlreichen deutschen Waldkindergärten gewonnen. So entsteht ein anschauliches Bild der Waldpädagogik. Die Konzeption unseres Waldkindergartens ist noch in Arbeit.
Der Wald ist der "Gruppenraum" des Waldkindergartens, in dem der Vormittag ebenso wie in jeder anderen Einrichtung strukturiert wird: Morgenkreis, Freispiel, Frühstück, Aktion, Verabschiedung. Das Freispiel ist i.d.R. als "Spaziergang" organisiert. Vom (immer gleichen) Ausgangspunkt ausgehend legen die Kinder einen z.T. variierenden Weg von 1-3 km Länge zurück. Unterwegs ist Zeit zum Erkunden, zum Beobachten, zum Fragen. Eine Blume hier, ein Vogel dort, die Fichtennadeln am Wegrand, Federn, abgenagte Zapfen – alles ist spannend, lädt ein zum Schauen, Spielen, Fragen. Der Wald macht die Kinder neugierig und wißbegierig – zwei wichtige Voraussetzungen für die Schule, auf die der Waldkindergarten vorbereitet wie jede andere Einrichtung des Elementarbereichs.
Der Wald setzt (natürliche) Grenzen
und bietet viele Freiheiten. Etwa die Freiheit, mit den anderen zu kooperieren,
sich zurückzuziehen, oder einem/einer anderen auch einmal aus dem
Weg zu gehen. So wirkt der Wald positiv auf das Sozial- und Konfliktverhalten
der Kinder.
Der Wald ist Erfahrungsraum. Im Waldkindergarten
haben die Kinder die Möglichkeit, Dinge, die sonst oftmals nur aus
dem Bilderbuch bekannt sind, in die Hand zu nehmen, sie zu be-greifen und
ihre Substanz mit allen Sinnen zu erfassen. Sie machen Primärerfahrungen,
und diese sind ausgesprochen wichtig für die Entwicklung der Kinder.
So gestalten die Kinder ihren Vormittag ohne Abhängigkeit von den diversen Spielmaterialien, was aus Sicht der Pädagogik eine frühe Suchtprävention darstellt -ein Aspekt, den sich mittlerweile auch viele Hauskindergärten zunutze zu machen versuchen, indem sie Spielzeug aus ihren Räumen zeitweise gänzlich verbannen. Nicht das isolierte Spiel führt zum
Ziel, im Wald ist oftmals die Mithilfe der anderen Kinder erforderlich.
Ein Baumstamm soll etwa auf einen anderen gelegt werden - eine Wippe entsteht.
Dazu ist die Mithilfe aller notwendig, soziale Interaktion ist ein wichtiges
Moment des Waldkinderalltags. Wenig verwunderlich ist von daher, daß
die sprachliche Entwicklung der Kinder im Wald sehr positiv verläuft.
Umwelterziehung wird hautnah erlebt. Im täglichen Umgang mit Wald und Natur erleben die Kinder den Wechsel der Jahreszeiten, lernen einfache Abfolgen und Phänomene der Natur kennen. Und nur was sie kennen können sie auch schützen. Nicht umsonst ist die Waldkindergartenidee an vielen Orten auch aus den Gedanken des Naturschutzes geboren. copyright: Text S. Hofinger 2000, Bilder O. Wild |